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Das Trauma bewältigen: Wie Brandverletzte ins Leben zurückfinden

Anna Pittermann | Klinische Psychologin | 18.02.2026

Das Trauma bewältigen: Wie Brandverletzte ins Leben zurückfinden Anna Pittermann https://cdn.letscast.fm/media/podcast/d899c2f5/episode/3f72a84c.mp3?t=1771331069 https://feurio-podcast.at/wp-content/uploads/2026/02/anna-pittermann-feurio-podcast-scaled.jpg
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Anna Pittermann hilft beim Umgang mit Verbrennungen.

„Vor der Entlassung aus dem Spital geht es bei sichtbaren Verbrennungen um die Frage: Wie kann ich damit umgehen? Wie kann ich wieder eine Partnerschaft führen? Wie kann ich in Beruf oder Schule zurückkehren? Wie kann ich mein Leben weiterleben?“


Für Menschen, die durch Feuer oder Unfälle schwere Brandverletzungen erleiden, gibt es ein Leben davor – und ein Leben danach. Die seelischen und körperlichen Folgen können viele Formen annehmen. Auch die Verluste wiegen schwer: materiell, wenn bei einem Brand Hab und Gut oder persönliche Erinnerungen zerstört werden, oder physisch durch gesundheitliche Einschränkungen und ein verändertes Aussehen. Letzteres macht das Trauma auch für Außenstehende sichtbar: durch Narben, die ein Leben lang bleiben.

Anna Pittermann ist Klinische Psychologin und im Zentrum für Schwerbrandverletzte des AKH Wien für die psychologische Betreuung von Brandopfern zuständig. Sie begleitet Menschen mit Brandverletzungen dabei, das Erlebte zu begreifen und zu verarbeiten. Für Patient:innen, die auf der Intensivstation aus dem künstlichen Tiefschlaf erwachen, beginnt dieser Prozess mit grundlegenden Fragen: Wo bin ich? Was ist passiert? Warum habe ich überall Verbände? Neben der körperlichen Heilung ist die sensible Auseinandersetzung mit dem veränderten Erscheinungsbild entscheidend. Damit sich Patient:innen nicht unvorbereitet sehen, gibt es auf der Verbrennungsintensivstation bewusst keine Spiegel.

In ihrer Arbeit legt Anna Pittermann den Fokus auch auf die Zeit nach dem Spitalsaufenthalt und die Herausforderungen des öffentlichen Lebens: die Rückkehr in den Alltag, Fragen von Freund:innen und Bekannten, Blicke von Fremden. Viele Menschen mit Narben in sichtbaren Bereichen wie Gesicht, Hals oder Dekolleté fühlen sich exponiert in einer Gesellschaft, die großen Wert auf Ästhetik legt. Der Schritt nach draußen wird damit zur Belastungsprobe.

In einem berührenden Gespräch erzählt die Psychologin, wie Schwerbrandverletzte ihre traumatischen Erfahrungen bewältigen können, was es mit dem „Recht auf die eigene Geschichte“ auf sich hat und wie Begegnungen mit Verbrennungsopfern sensibel gestaltet werden. Und sie plädiert für Prävention – denn gerade Verbrennungen oder Verbrühungen bei Kleinkindern könnten mit einfachen Maßnahmen verhindert werden.



Die Episode im Schnelldurchlauf


00:00 – Einleitung
02:35 – Betreuung auf der Intensivstation
04:45 – Das Erlebte verarbeiten
07:45 – Verändertes Aussehen
10:30 – Fragen von Angehörigen
13:30 – Wie lange dauert die Heilung?
14:50 – Der Schritt in die Öffentlichkeit
16:15 – Wie begegnet man Brandopfern?
18:25 – Bewusstsein schaffen durch Fotos
19:15 – Viele Unfälle wären vermeidbar
22:15 – Vorbild Niki Lauda?
23:40 – Ästhetische Ideale der Gesellschaft
25:15 – Geschichten, die man nicht vergisst



Shownotes



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